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Im Jagdrevier - durchs Jahr gepirscht

Gedanklicher Pirschgang im Dezember


Lieber Jagdfreund,

vielen Dank für deine Zeilen, die mich gefangen genommen haben und entführten, hinaus aus diesem stickigen Büro, mitten hinein in die malerische Kulisse des weiten Bergreviers!
Einen kurzen Moment lang viel jeder Termindruck von mir ab, für einen Augenblick waren vergessen Uhrzeit und Arbeitsberg.
Wie real tauchten dagegen vor dem geistigen Auge herrliche Berge auf. Fesselnd ergriff mich deine Beschreibung des uhrzeitlosen Dahingleitens in einem Pirschgang hinaus in eine andere Welt, eine andere Zeit.
Wie zufällig findest du Zeit und Ort, huschst unsichtbar, trittsicher durch die dunkle Nacht, als Gast im Berg und doch als Teil der Natur. Bergwärts, immer weiter hinauf. Du beschreibst den folgenden Tag, der geprägt ist, vom Aufsaugen immer neuer Eindrücke, vom Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, vom Pendeln zwischen Zufall und Absicht, vom Wiedererkennen und neu dazu Lernen.
Es fehlt nicht der kritische Blick auf das eine Detail, der schnell abgelöst wird vom romantischen Blick auf das andere.
Höhepunkt ist die Beschreibung der Freude über das Zusammentreffen mit dem Bruder, welches den Tag abrundet.
Dein Schreiben endet mit dem Ausdruck der Begeisterung über das intensiv Erlebte, welches sich festsetzt im Geist und so in der Erinnerung abrufbar bleibt.
Langsam lasse ich die Zeilen sinken und kehre zurück aus der virtuellen Bergwelt.
Es verblasst der virtuelle Duft des Waldes, den ich eben noch spürte, und vorbei ist es mit der virtuellen Ruhe, die mich umgab.

Zurück ist der reale übervolle Terminkalender, in den sich vielleicht noch ein kurzer Pirschgang einschieben lässt. Laut tickt die reale Uhr an der Wand und mahnt zu steter Eile, und der Blick fängt sich in den realen Papierbergen, hinter denen immer wieder neue Papierberge lauern.
Aber etwas ist anders. Das Herz läuft einen Takt ruhiger, denn ich weiß: Deine Zeilen haben mich nicht in eine andere Zeit entführt, du beschreibst keine andere Welt.
Dein Erleben fand heute statt und hier, in dieser Welt!

Wir Jäger machen es uns oft zu bequem, wenn wir uns auferlegen "effizient", sprich eilig zu jagen. Der Not gehorchend vergessen wir zu häufig, dass zum Jagen Ruhe und Muße untrennbar dazu gehören. 
Stell dir vor: Ich bemerke gerade, dass ich schon lange nicht mehr im Wald gewesen bin, ohne einen Fachaufsatz mitzunehmen, der dringend noch durchzuarbeiten war, oder ohne einen Schreibblock mitzuführen, um "Wichtiges" für den folgenden Tag zu notieren. Im flüchtigen Aufblicken habe ich "nebenbei" die Beute erblickt, ein schneller Schuss, in Eile heim. Bin ich noch Jäger?
Der Dezember ist die beste Zeit zurückzufinden zu Ruhe und Muße. Zu lernen, dass man auch ohne Uhr leben kann, wenn auch nur für einen Augenblick. Innezuhalten und kleine Details zu bemerken, zu lauschen zu riechen und zu fühlen. Und dann zufrieden heimzukehren, die prickelnde Haut zu genießen und die Stille zu erhalten, die einen draußen noch umgab.

Lieber Jagdfreund, ich danke dir für deine Zeilen, die mich nachdenklich gemacht haben ...



Fotopirsch im Dezember


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  ^ Mittwoch 18. Oktober 2017,   KW 42,   TdJ 291     © 2000 - 2017 Jagdweb.at ^