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Aufbrechen: Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft

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Im Jagdrevier - durchs Jahr gepirscht

Gedanklicher Pirschgang im Mai


Erinnern Sie sich? Damals im November, Dezember, Januar vergangenen Jahres? Jagen war angesagt. Jagen, jagen und nochmals jagen. Immer wieder der Versuch, doch noch dem Reh- und Schwarzwildabschuss hinterher zu kommen. Lange, kalte Nächte. Und an den Wochenenden Drück- und Treibjagden. Jagen unter Dauerdruck, der Jagdwagen im Dauerdreck und der Jagdhund im Dauereinsatz. 
Erleichtert läuteten wir endlich die Zeit der Jagdruhe ein. Nach langer Zeit einmal wieder ein Wochenende ohne Jagdtermine. Wir genossen den Nachmittagskaffee im Kreise der Familie. Und wie köstlich schmeckte das Gläschen Rotwein vor dem gemütlichen warmen Ofen. Dem unsteten Wetter entflohen. Zeit der Muße.

Doch ganz heimlich schleichen sich plötzlich wieder die Gedanken hinaus ins Revier; erst unbewusst, dann immer stärker spürbar. Das erste, satte Grün bemerken wir wohl, die frische Luft schmeckt nach Frühling. Ob wir ihn wohl diesmal bekommen, den Guten, den Alten? Man könnt doch mal schauen gehen, ob sich schon eine Fegestelle finden lässt. Schon spüren wir die lauen, fast warmen Winde und die Sehnsucht packt uns immer stärker. Wir fiebern dem Aufgang der Bockjagd entgegen, können es kaum erwarten, wieder draußen auf der kleinen Leiter zu sitzen, den Waldduft zu riechen und den Vögeln zu lauschen. Gespannt und entspannt zugleich.

Doch was ist es, das uns Jäger immer aufs Neue antreibt? Wüten in uns die Gene unserer Urahnen, oder beherrscht uns eher ein antrainiertes Statusdenken, Machtgefühl über Leben und Tod? Fliehen wir vor dem Alltag, oder suchen wir die sportliche Herausforderung? Stärkt die grüne Kleidung unseren Gemeinschaftsgeist, oder geben wir lieber den Einzelkämpfer? Sind wir auf den schnellen Erfolg aus, oder ist für uns der Weg das Ziel?

Die Jäger sind sicher ein Spiegel der Gesellschaft. Genau wie diese sind auch die Jäger in ihrem Denken, ihren Erwartungen und ihren Ansprüchen sehr vielfältig. Wir starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen unsere Jägerlaufbahn. Da ist der Förstersohn, der von Kindesbeinen an mit dem Jagen aufwuchs, dort der erfolgreiche Unternehmer, der im fortgeschrittenen Alter erst den Zugang zur Jagd fand. Auch der Zeitgeist wirkt auf jeden in unterschiedlicher Weise. Daher wird sicher ein jeder die Frage nach der Triebfeder des Jagens für sich spontan anders beantworten. Bei genauerem Besinnen wird man fast immer einen spannenden Mix aus unterschiedlichsten Antriebsquellen als Antwort für sich finden.
Ganz sicher gibt es den Jäger, der seine Erfüllung in erster Linie in der Erbeutung von Rekordtrophäen findet. Andere definieren sich über eine möglichst hohe Anzahl an erbeuteten Tieren. Mancher nimmt für sich in Anspruch, einem ungehinderten Waldbau dienend zu jagen, oder er nennt Projekte des Naturschutzes als Triebfeder. Stolz erfüllt manchen der erfolgreiche Schuss auf weite Distanz, während der Andere unermüdlich seine Erfüllung im winterlichen Gang an die Kirrung sieht. Und wieder ein anderer schindet sich mit Begeisterung hinter dem "Partner Hund" durch dichtestes Strauchwerk. Technikbesessen lässt sich der eine den Saubesuch an der Kirrung via Handy melden, während der andere hochmotiviert auf Strümpfen dem roten Bock nachstellt.

Natürlich sind auch die Bedingungen, unter denen wir jagen höchst vielfältig. Vielleicht rauscht die nahe Autobahn pausenlos durch unsere Gedanken, oder die Geräusche des nahen Industrieparks beeinflussen die Idylle. Sind es erholungssuchende Menschengruppen, die lärmend unsere Stimmung zerstören, oder der abgeerntete Getreideschlag, der uns frustriert?

Oder jagen wir in den Steilhängen einer herrlichen Bergkulisse, umgibt uns still ein heimlicher Wald, öffnet sich der Blick auf eine bunt beblumte Wildwiese und rauscht ungehindert ein mäandernder Bach zu Tal? Erzählen uralte Baumriesen ihre Geschichten dem Wind, oder sind es wilde Heckensträucher, die malerisch die Landschaft prägen? 
Jagd ohne "Umfeld" ist unmöglich. Das Jagen mag einmal hektisch, einmal zeitlos stattfinden, einmal im Ärger und einmal in Freundschaft mit dem Nachbarn, einmal mit großer oder mit kleiner Beute. 

Doch so unterschiedlich der Anspruch der Jäger an die Jagd, so unterschiedlich die Fülle an Möglichkeiten, der Reviere, so unterschiedlich der Geldbeutel der Jäger gefüllt ist und so unterschiedlich das Beutespektrum, die Landschaft und das Zeitfenster, in dem wir jagen. Uns Jäger eint meist das intensive Erleben der Landschaft, der Kulisse, in der wir die Jagd ausüben. Kaum einem Jäger dürfte der Frühlingsgesang der Vögel entgehen. Keinen lassen die ersten Sonnenstrahlen am Frühansitz unberührt, die stimmungsvolle Herbstfärbung stimuliert unsere Gedanken, und wer hat sein Auge nicht schon einmal genussvoll über eine unberührte Winterlandschaft schweifen lassen? Einmal bewusst, oder auch einmal unbewusst nehmen wir all diese Stimmungen und Empfindungen auf und bauen sie ein in unser jagdliches Erleben. 

Genießen wir diese aufkommende Freude über das beginnende Jagdjahr, die Spannung die erhoffte Beute zu erlangen, die Entspannung, dem Wettlauf um die Zeit für einige Momente entkommen zu sein. Lassen wir uns anstecken von den erwachenden Lebensgeistern in der Natur und uns fesseln vom intensiven Erleben der Jagd mit all ihren Facetten.

Jagdweb.at wünscht Ihnen zum Aufgang der Jagd auf den roten Bock für das Jagdjahr 2008/2009 genussreiche Stunden und ein herzliches Waidmannsheil.



Der Mai ...

Seit langem ersehnt, nun ist er da.
Der Mai ist gekommen, das Herz schreit Hurra!
Noch ist es finster, der Jäger pürscht leise
vorbei an dem Ginster, hinauf zu der Schneise.

Längst hat er bestätigt, den Bock der dort geht.
Diana ist gnädig, der Wind hat gedreht!
Vorbei ist der Regen, es beginnt zu dämmern
schon erwacht alles Leben, den Specht hört man hämmern.

Das Jägerherz freuts, denn er sitzt leise
und lauscht dem Gesang von Amsel und Meise!
Dann wird es spannend, das Herz pocht gar laut
es bricht durch die Tannen, hat er den Alten geschaut?

Er sieht nicht viel, die Deckung ist dicht.
Rot ist das Reh, alt ist es nicht!
Er stiehlt sich davon, heimlich und leise,
geht wie er kam, hinunter die Schneise.

Zur Hütte ziehts ihn und dort herrscht schon Leben.
Da sind Jäger und Hunde, hats Beute gegeben?
Korken die knallen, eine Vesper gibts auch
zum Aufgang der Bockjagd, so ist es der Brauch.

Jagdweb.at wünscht allen eine spannende Pirsch.
Auf Reh und Hase, auf Gams und den Hirsch!
Ihr könnt es dann schreiben, wie es war,
das Jagen und Treiben in diesem Jahr.


Fotopirsch im Mai

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  ^ Mittwoch 18. Oktober 2017,   KW 42,   TdJ 291     © 2000 - 2017 Jagdweb.at ^